Die Glattvliestapete – das muss man wissen

11. Juni 2022

Als Wandverkleidung stehen Heimwerkern neben Tapeten zahlreiche Möglichkeiten wie Wandfarbe oder Wandaufkleber in verschiedenen Optiken zur Auswahl. Weitverbreitet ist dabei die sogenannte Vliestapete, die einen Verkaufsanteil von zwei Dritteln unter den Tapeten ausmacht. Sie ist mit verschiedenen Oberflächenstrukturen erhältlich, wobei sich die Glattvliestapete einer besonderen Beliebtheit erfreut, da sie ein hochwertiges Wohngefühl vermittelt. Doch was genau ist eine Glattvliestapete und welche Eigenschaften besitzt sie?

Das Wichtigste in Kürze

  • Glattvliestapete gehört zu den beliebtesten Tapetenarten in Deutschland.
  • Grundsätzlich ist keine Grundierung vor dem Auftragen notwendig, allerdings sollte der Untergrund verputzt und sauber sein.
  • Je nach Untergrundfarbe ist auf eine entsprechende Deckkraft zu achten, damit die Wandfarbe nicht durchschimmert.
  • Glattvlies lässt sich überstreichen, allerdings ist dieser Schritt aufgrund der zahlreichen verschiedenen Optiken obsolet.
  • Glattvlies punktet durch seine Formbeständigkeit und Widerstandskraft.

Definition: Glattvliestapete

Bei der Glattvliestapete handelt es sich um eine Art von Vliestapete, die aus den beiden Hauptbestandteilen Textilfaser und Zellulose besteht. Ihre Oberflächenstruktur ist glatt und weist keine Unebenheiten auf, weshalb sich die Tapete vorzüglich zum Überstreichen eignet. Aufgrund der Ausgangsmaterialien besitzt sie eine hohe Formbeständigkeit und Widerstandskraft. Anders als die Raufasertapete, die aus Holzfasern besteht, ist sie nicht entflammbar und entspricht heutigen Sicherheitsstandards. Dennoch sind Glattvliestapeten durchaus atmungsaktiv und besitzen wasserabweisende Eigenschaften.

Vorteile und Nachteile einer Glattvliestapete

Neben einer nahezu grenzenlosen Auswahl an verschiedenen Produkten in unterschiedlichsten Optiken bieten Glattvliestapeten den Vorteil einer einfachen Handhabung und Verarbeitung. Das Anbringen ist auch für unerfahrene Heimwerker ein leichtes Unterfangen, insofern die Tapete über kein besonderes Muster verfügt. Während Raufaser- und Papiertapeten vor dem Anbringen einweichen müssen, lassen sich die Bahnen an Glattvliestapete direkt mithilfe speziellem Vliestapetenkleber ziehen. Selbst das Abziehen der vorab angebrachten Tapete ist ein Kinderspiel. Die Tapete lässt sich dank ihrer robusten Struktur ohne Fetzenbildung von der Wand ziehen – ganz ohne vorheriges Einweichen und Abkratzen. Nicht zuletzt vereinfacht sie das Renovieren aufgrund ihrer Formstabilität enorm. Sie dehnt sich im Prozess nicht aus, sodass eine Wellenbildung komplett ausbleibt.
Info: Das Überstreichen von Glattvliestapete ist komplett optional, da sie bereits in verschiedenen Optiken im Handel erhältlich sind.
Leider hat die leichte Verarbeitung seinen Preis. Auf den Quadratmeter schlägt sie mit durchschnittlich 5 Euro zu Buche. Im Vergleich: Mustertapeten oder Raufasertapeten kosten im Handel nur einen Bruchteil und liegen bei knapp 1 Euro für den Quadratmeter. Ungünstigerweise ist auch ihre Deckkraft je nach Produkt unzureichend. Helle Tapeten können einen dunklen Untergrund durchscheinen lassen.

Anleitung: Schritt für Schritt

Das Tapezieren ist mit Glattvlies auch für Laien einfach machbar. Hierfür werden eine Tapezierschere, eine Wasserwaage, ein Eimer und Pinsel, eine Kleisterrolle sowie eine Tapezierbürste benötigt. Je nach Untergrund ist vorab eine Behandlung mit Tiefengrund notwendig. Als Voraussetzung für das Anbringen von Glattvlies gilt eine verputzte, saubere und ebene Wand.
1. Vor dem Anbringen gilt es, die Vliestapete ordentlich zuzuschneiden. Die Bahnen sollten knapp 15 Zentimeter überstehen. Überhänge lassen sich im Nachhinein mithilfe eines Cuttermessers entfernen.
2. Der Kleister muss vor dem Auftragen angerührt werden. Eine genaue Anleitung lässt sich der Verpackungsbeilage entnehmen.
3. Mittels eines Bleistifts und einer Wasserwaage ist die erste Tapetenbahn an der Wand einzuzeichnen.
4. Im Gegensatz zu anderen Tapetenarten gehört der Kleister direkt auf die Wand und nicht auf die Tapete selbst. Die Ecken lassen sich mittels eines Pinsels bestreichen.
5. Die Vliesbahn ist nun an die Wand in die eingezeichnete Markierung zu drücken. Ideal ist es, von der Mitte aus anzufangen und sich an die Enden nach oben und unten hin vorzuarbeiten. Hier kommt eine Tapezierbürste zum Einsatz, damit sich keine Bläschen unter der Tapete bilden.
6. Damit das Vlies auch ordentlich an der Wand hält, ist es mit einer Rolle an der Wand festzupressen. Überschüssiger Kleber und Luftbläschen können so entweichen.
7. Mit einem Cuttermesser lässt sich jetzt das überhängende Vlies entfernen.

Fazit

Eine Glattvliestapete statt einer normalen Papiertapete zu verarbeiten hat viele Vorteile, aber auch seinen Preis. Allerdings ist die einfache Verarbeitung der Glattvliestapete dieser oft wert.

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